Leise Lautstärken
Grafik, Zeichnungen, Skulpturen von Horst Sakulowksi und Gerd Kaden
Das Leid des Menschen, religiöse Ikonografie, soziale und ethische Fragen – wer die Werke von Horst Sakulowski betrachtet, wird konfrontiert. Konfrontiert mit Darstellungen des Lebens als eine sich permanent wiederholende Übergangsphase, als Totentanz und absurd makabere
Parade, bei der der eigene Untergang zelebriert wird. In seinen technisch meisterhaften und im gegenständlichen Realismus verankerten Grafiken und Zeichnungen erscheinen surreale und phantastische Elemente, etwa in der Darstellung von Engeln, Skeletten oder apokalyptischen Landschaften. Gleichzeitig bricht er mit Pathos und Kitsch, demaskiert den Menschen, auch sich selbst. Ihm gelingt damit der Spagat zwischen traditioneller Bildsprache und zeitgenössischer Reflexion. Dekadenz, Machtstreben und Gier werden als Nährboden für das Elend, den Schmerz und die Verzweiflung in der Welt erkannt und schonungslos aufgezeigt. Als ehemaliger Schüler von Bernhard Heisig ist die Leipziger Schule in seinen Werken unverkennbar. 1943 in Saalfeld geboren und seit 1967 in Weida tätig, gehört Horst Sakulowski zu den profiliertesten Künstlerpersönlichkeiten Thüringens.
Plastiken aus Holz und Gips von dem 1961 in Merseburg geborenen und heute in Greiz lebenden Bildhauer Gerd Kaden ergänzen die Ausstellung. Seine Arbeiten zeigen ein anderes, ein hoffnungsvolleres Menschenbild und sind ein Gegengewicht zu den dystopischen Darstellungen von Horst Sakulowki. Seine Gipsmodelle „Zweisam“ und „Die Ruhende“ (die Originale aus Sandstein befinden sich in Burgwerben/Kriechau) zeigen menschliche Nähe und Zuneigung. Inspiriert durch gezeichnete Faltenwürfe von seinem Künstlerfreund Horst Sakulowski entstand die „BlattFau“ aus Lindenholz als eigenständige plastische Entsprechung derselben. In der Vorderansicht zeigt sich in der Skulptur eine stehende Frau im klassischen Gewand, aus dessen Faltenwurf sich beim Umschreiten die aufgerollten Rippen einer pflanzlichen Blattform ergeben. Eine surreale Metamorphose vom Menschen zur Natur und zurück. Auch hier also der ewige Kreislauf von Werden und Vergehen.
Die Welt des Menschen ist krank und wird es wohl bleiben. Die Natur zeigt sich unbeeindruckt, sie wird uns überleben. Vielleicht ist das die Hoffnung.
Frank Lorenz
28.11.2025 – 9.1.2026
Grafik, Zeichnungen, Skulpturen
Ort:
Foyer Neuberinhaus
Vernissage:
28.11.2025 19:00 Uhr

Horst Sakulowski
Weida/Thüringen
1961/62: Lehre als Keramiker bei Gerda Körting
1962–1967: Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei u.a. Werner Tübke und Bernhard Heisig
Seit 1967: Freischaffender Künstler in Weida/Thüringen
Arbeitsgebiete: Malerei, Zeichnung, Grafik, Plastik sowie Foto-, Film- und Videokunst
Ausstellungen: Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in der DDR und nach der Wiedervereinigung; Teilnahme u. a. an der VII.–X. Kunstausstellung der DDR in Dresden (1972–1988)
Verbandsarbeit: Bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR; ab 1974 Leiter der Sektion Maler, Grafiker, Plastiker des Bezirks Gera

Gerd Kaden
Greiz
1978/80 Lehre zum Steinmetz- und Steinbildhauer/Stuckateur
1982 Arbeit als Steinmetz- und Steinbildhauer am Dom Naumburg
1984/86 bildhauerische Ausbildung bei Axel Peters
seit 1981 bildhauerische Tätigkeit in zahlreichen Projekten
1997 Meisterausbildung, bundesweit verschiedene Projekte
seit 2000 freie künstlerische Arbeit, Zeichnung/ Stein- und Holzskulptur, Teilnahme an verschiedenen Bildhauersymposien Stein/Holz,
verschiedene Ausstellungsbeteiligungen und künstlerische Projekte
seit 2015 Mitglied des Künstlerstammtischs Osterburg Weida
seit 2016 pädagogischer Mitarbeiter in einer Schule in Greiz
